Die Liebe hört nie auf

 

 

Wir haben schon über die geduldige Liebe gesprochen und über die Liebe, die alles erträgt und wollen deshalb übergehen zur letzten Eigenschaft, die der Apostel anführt:

„Die Liebe hört nie auf!“ (1 Kor 13,8)

Es passt uns dies vorzüglich gut zum Beginn des neuen Jahres. Die Jahre vergehen wie der Rauch, schnell wie der Blitz fahren sie dahin. Das Leben des Menschen verschwindet, vergeht mit den Jahren, es gleicht der Blume, die heute erblüht und morgen verdorrt.

Sehen wir fünfzig Jahre zurück – wo sind die Menschen alle, die damals noch lebten? Sehen wir fünfzig Jahre weiter und nicht manch einer der jetzt noch Lebenden wird anzutreffen sein. Alles auf Erden nimmt ein Ende, alles ist der Vergänglichkeit unterworfen.

Diese und ähnliche Gedanken, die sich beim Jahreswechsel aufdrängen, stimmen zum Ernst und könnten wohl Angst und Traurig­keit in der Seele aufsteigen machen. Da kommt uns aber das Wort des Apostels zu Hilfe: “Die Liebe hört nie auf!“

Alles Irdische ist wandelbar und veränderlich. Die Liebe steht unwandelbar fest, sie dauert in Ewigkeit. Gott ist die Liebe und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm. Gott ist der ewig Unwandelbare, Gott aber ist die Liebe! Glückselig wer diese ewige, heilige Liebe gefunden, die keinem Wechsel, keiner Vergänglichkeit unterworfen ist. Mit dieser Lie­be geht man ruhig durch alles hindurch, lässt alles an sich vor­überziehen und bleibt siegreich in der Liebe.

Mögen Stürme kommen, noch so gewaltig, mag die Hölle toben in ihrer ganzen Wut, wenn ich in der Liebe bleibe, so stehe auf der Höhe, die weder Sturm noch die ganze Macht der Hölle überwälti­gen kann — ich stehe in Gott gegründet, dem alles weichen muss. Die Stürme ziehen vorüber, die Hölle muss sich beugen, die Liebe steht fest in Ewigkeit.

Erfahre ich Kränkungen von Seiten der Menschen, werde ich ver­kannt, verachtet, mit Unbilden gesättigt, wenn ich in der Liebe bleibe, so schadet es mir nicht. Die Prüfungen gehen vorüber, die Bosheit der Menschen hält nicht aus, die dauert nicht ewig, die Liebe aber hört nie auf, sie trägt mich sicher bis in alle Ewigkeit.

Erfahre ich Leiden, Schmerzen, Krankheiten, wenn ich in der Lie­be bleibe, so sind sie nur Nahrung für das heilige Feuer, sie gehen vorüber, die Liebe aber bleibt in ihrer vollen Kraft. Alle Versuchungen, alle Mühen, alle Drangsale lasse ich an mir vorüberziehen, wenn ich in der Liebe bleibe. Die Liebe ist das Selbst, Glaube und Hoffnung nehmen ein Ende. Der Glaube wird zum Schauen, die Hoffnung zum Besitz. Die Liebe aber endet nicht, die Liebe hört nie auf; ewig, wie Gott, währt die Liebe. Glückselig die erfüllt sind von dieser heiligen Gottesliebe, die fest stehen und bleiben in dieser Liebe — nichts ist ihnen zu wünschen übrig.

Clara Fey 1854

 

El amor nunca termina                               Tak Berkesudahan

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Ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest

 

Wir wünschen Ihnen allen ein gesegnetes Weihnachtsfest. Möge es ein Fest der Liebe für Sie und Ihre Familie werden, weil die menschgewordene Liebe Gottes in Jesus Christus zu uns gekommen ist.

Für das vor uns liegende Jahr wünschen wir Ihnen Vertrauen in Gottes Führung und die Erfahrung seiner Nähe in frohen und auch in schwierigen Zeiten.

Das Jahr 2018 wird für uns Schwestern ein besonderes Jahr werden. Anfang Mai wird im Hohen Dom zu Aachen unsere Stifterin Clara Fey selig gesprochen. Das erfüllt uns mit besonderer Freude und Dankbarkeit. Bereits jetzt laden wir Sie ganz herzlich ein, an diesem Tag oder bei einem anderen Ereignis im Laufe des Jahres mit uns zu feiern. Auf der Internetseite www.clara-fey.de können Sie sich demnächst über alle Termine informieren.

                                                               Die Schwestern vom armen Kinde Jesus

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Weihnachtsheft 2017

Liebe Förderer und Freunde,

durch sein Kommen in einem Kind hat Gott an Weihnachten ein für alle sichtbares Zeichen gesetzt, dass ER die Menschen liebt, dass ER Leben und Hoffnung schenkt – nicht allein durch Worte, sondern vor allem in der Tat. Ganz gleich wo wir an Weihnachten ankommen und wohin uns unsere Wege im Neuen Jahr führen werden, Gott ist der, der in unserem Herzen angekommen ist und mitgeht. „Dir“ ist Christus geboren, diese Zusage spricht Gott für unser Leben aus – und sie gilt unbegrenzt. An uns liegt es, ob wir seine Einladung annehmen. An uns liegt es, ob wir mit unserem Leben Antwort geben auf das Wort, das uns gesagt wird. An uns liegt es, ob wir diesem Geheimnis der Menschwerdung Gottes in unserem täglichen Dasein einen Platz einräumen und IHN so in unserem Alltag wirklich erleben. Die Nähe und Führung Gottes haben wir auch dank Ihrer treuen Unterstützung im Laufe des zu Ende gehenden Jahres immer wieder spüren können, sei es durch Gebet oder durch finanzielle Zuwendungen. Dank dieser Unterstützung ist wie in den letzten Jahren vieles möglich geworden, was wir aus eigener Kraft nicht hätten realisieren können. Dieses Engagement kommt unzähligen Menschen, insbesondere Kindern auf verschiedenen Kontinenten, zugute. Ein wenig möchten wir Ihnen darüber in diesem Weihnachtsheft 2017 berichten und Sie auf diese Weise Anteil nehmen lassen….

Weihnachtsheft 2017

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Er ist wahrer Mensch geworden, einer von uns……

 

„Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott, gezeugt, nicht erschaffen, eines Wesens mit dem Vater.“ Durch ihn ist alles geschaffen, im Himmel und auf Erden.“

‚Himmel und Erde sind das Werk seiner Hände. Sonne, Mond und Sterne hat er geschaffen, und der kleinste Wurm im Staub lebt nicht ohne ihn. Er erhält und regiert alles, ohne seine schützende Hand würde alles ins Nichts zurücksinken. Dieses Kind ist der ewige, unendlich, allmächtige Gott.

Haben wir diese Glaubenswahrheit je wirklich erfasst? Ist sie tief eingesunken in unser Herz?

Wir sind von Kindheit an gewohnt zu sagen, dass das Kind in der Krippe unser Herr und Gott ist. Nur das Durchdrungensein von dem Glauben an die Gottheit dieses Kindes gibt uns das Verständnis wie klein er für uns geworden ist als Kind in der Krippe und welche Liebe sich darin zeigt. Er ist wahrer Mensch geworden, einer von uns.‘

(Clara Fey, Advents- und Weihnachtsbetrachtungen, S. 119-123)

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Er ist wahrer Mensch geworden, einer von uns….

 

 

„Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott, gezeugt, nicht erschaffen, eines Wesens mit dem Vater. Durch ihn ist alles geschaffen, im Himmel und auf Erden.“  

‚Himmel und Erde sind das Werk seiner Hände. Sonne, Mond und Sterne hat er geschaffen, und der kleinste Wurm im Staub lebt nicht ohne ihn. Er erhält und regiert alles, ohne seine schützende Hand würde alles ins Nichts zurücksinken. Dieses Kind ist der ewige, unendliche, allmächtige Gott.

Haben wir diese Glaubenswahrheit je wirklich erfasst? Ist sie tief eingesunken in unser Herz?

Wir sind von Kindheit an gewohnt zu sagen, dass das Kind in der Krippe unser Herr und Gott ist. Nur das Durchdrungensein von dem Glauben an die Gottheit dieses Kindes gibt uns das Verständnis wie klein er für uns geworden ist als Kind in der Krippe und welche Liebe sich darin zeigt. Er ist wahrer Mensch geworden, einer von uns.‘

(Clara Fey, Betrachtungen zur Advents- und Weihnachtszeit, S. 119- 123)

Dic Dios de Dios                       Allah dari Allah

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Die Armen,   insbesondere die armen Kinder, sind die besten Freunde Jesu…

 

 

Die Armen,   insbesondere die armen Kinder, sind die besten Freunde Jesu. Er liebt sie so, dass er alles, was ihnen geschieht, ansieht, als sei es ihm geschehen (Matth. 25, 40).

Gewiss also sollen auch wir sie lieben und ehren. Das Äußere eines Bettlers, eines armen Kindes, hat gar oft etwas, was den sinnlichen Menschen abschreckt, unter elenden Lumpen armselige, schwache, oft wunde Glieder. Aber sehen wir einmal genau zu, ob wir nicht unter diesen Fetzen, unter diesem Elend den Herrn Jesus entdecken! Mancher Heilige hat ihn so entdeckt; denn die Heiligen sahen scharf mit dem inneren Auge. Manchem Heiligen ist der Herr in Gestalt eines zerlumpten Bettlers, eines armen Kindes erschienen. Heil ihnen, dass sie den Bettler, dass sie das Kind nicht abwiesen. Welchen Schatz haben sie aufgenommen! O sehen doch auch wir zu, dass wir keines von diesen Kleinen verachten.

Wer weiß, wer weiß, es könnte der Herr Jesus sein!

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„Denn ich war arm und verlassen und ihr habt mich aufgenommen“

 

„Denken wir uns in das Glück derjenigen, die zur Zeit lebten, als unser Herr noch sichtbar auf Erden weilte, denen es vergönnt war, ihn in ihr Haus aufzunehmen, ihn zu bewirten, ihm Dienste zu leisten. O wer würde sich nicht glücklich preisen, unsern Herrn Jesus aufzunehmen, ihn, den allmächtigen Gott, ihn, den Allerliebenswürdigsten? Wer würde das nicht wünschen, wer sich nicht darnach sehnen?

Heute sagt uns der Herr, dass wir ihn aufnehmen können: „Wer ein solches Kind in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf“ (Matth. 18,5). Wir können also den Herrn aufnehmen, an Gelegenheit, ein armes Kind aufzunehmen, fehlt es uns nicht. Es kommt nur darauf an, dass wir dies im Namen Jesus tun.

Die Armen, insbesondere die armen Kinder, sind die besten Freunde Jesu. Er liebt sie so, dass er alles, was ihnen geschieht, ansieht, als sei es ihm geschehen (Matth. 25, 40).

Gewiss also sollen auch wir sie lieben und ehren. Das Äußere eines Bettlers, eines armen Kindes, hat gar oft etwas, was den sinnlichen Menschen abschreckt, unter elenden Lumpen armselige, schwache, oft wunde Glieder. Aber sehen wir einmal genau zu, ob wir nicht unter diesen Fetzen, unter diesem Elend den Herrn Jesus entdecken! Mancher Heilige hat ihn so entdeckt; denn die Heiligen sahen scharf mit dem inneren Auge. Manchem Heiligen ist der Herr in Gestalt eines zerlumpten Bettlers, eines armen Kindes erschienen. Heil ihnen, dass sie den Bettler, dass sie das Kind nicht abwiesen. Welchen Schatz haben sie aufgenommen! O sehen doch auch wir zu, dass wir keines von diesen Kleinen verachten.

Wer weiß, wer weiß, es könnte der Herr Jesus sein!

Aber was zweifeln wir?

Ja wahrhaftig, es ist der Herr Jesus!

Hat er doch selbst gesagt: Wer ein solches Kind in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf. Und wenn er sich auch hier verbirgt, dereinst werden wir erkennen, dass er es war, wenn er uns zurufen wird: Kommt, ihr Gesegneten meines Vaters, besitzt das Reich, das euch bereitet ist. Denn ich war arm und verlassen, und ihr habt mich aufgenommen (Matth. 25, 35).“

Wenn ich zur Zeit Jesu gelebt hätte, hätte ich ihn gerne in mein Haus eingeladen?

Wie hätte ich ihn behandelt? 

Clara Fey , Betrachtung 30. August 1846

 

„Der Herr selber hat die Kinder geliebt, Er gibt uns nun auch dieses Amt, gesellt uns Ihm bei und verheißt uns dann auch zugleich den allergrößten Lohn, indem Er spricht: „Wer eines dieser Kleinen aufnimmt, der nimmt mich auf!“

Wenn wir das so recht im Glauben ansehen, so müssen wir uns herzlich freuen über diese äußere Wirksamkeit, die uns ange­wiesen ist, denn was können wir Tröstlicheres aus dem Munde des Herrn hören, als die Worte: Was ihr einem dieser Kleinen tut, das tut ihr mir!“  Welche Freude muss unser Herz erfüllen, wenn wir uns dessen bewusst werden. Wir müssen es deshalb nicht so leichtnehmen, sondern uns öfters ins Gedächtnis ru­fen, dass das, was wir den Kindern tun, dem Herrn getan ist und in den armen Kindern mehr den Herrn sehen.

Es gibt freilich Kinder, die nicht so liebenswürdig sind, und womit man alle Geduld haben muss. Das belohnt uns aber der Herr noch mehr, wenn wir da Geist hineinlegen und uns immer bewusst bleiben, dass das, was wir solchen Kindern tun, dem Herrn geschieht.

Der Herr hat 30 Jahre auf Erden gelebt und wie glück­lich mussten diejenigen sein, welche um Ihn waren und Ihn be­dienen durften. So konnte es freilich nicht immer bleiben.

Aber der Herr hat auch für uns gesorgt, indem Er sprach: Tut es denen, dann ist es so, als ob ihr es mir getan hättet. (..) Davon müssen wir mehr durchdrungen werden und mehr daran denken. (..) Bleiben wir uns dessen mehr bewusst, dann werden wir mehr für den Herrn als für die Menschen arbeiten.

Wie kann ich im Glauben meinen Blick schärfen.. um den Herrn in der menschlichen Schwachheit entdecken zu können, in der er sich uns zeigt und in der er es liebt, aufgenommen zu werden?

Clara Fey,  Konferenz 1. Oktober 1871

Contemplación del Señor encarnado en los pequeños             

 Meditasi tentang inkarnasi Tuhan Yesus dalam diri yang kecil

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Baustelle Kind-Jesu-Kapelle, Jakobstraße

 

Die Kind-Jesu-Kapelle ist seit Juli 2017 geschlossen, um die nötigen Renovierungsarbeiten vorzunehmen. In drei Monaten – so könnte man meinen – wird schon vieles renoviert und bearbeitet sein. Wäre da nicht das Amt für Denkmalpflege in Aachen.

Nachdem die ersten Arbeiten begonnen hatten und der Kapellenboden geöffnet war, kamen die Mitarbeiter des Amtes für Denkmalpflege – so ist es bei allen Arbeiten im Bereich der Innenstadt. Da das Gebäude schon im 13. Jahrhundert nachweislich als Kloster genutzt wurde und auch die Kapelle schon stand, war es für die Archäologen interessant zu schauen, was sich in der Erde findet.

Vorsorglich hatte ich den Architekten schon einen Auszug aus den „Erinnerungen an Mutter Clara Fey und ihre Gefährtinnen“ von Anna-Maria (Sr. Franziska) Lauffs gegeben. Schwester Franziska schreibt in ihren Erinnerungen:

„Es trat die Notwendigkeit heran, ein größeres Haus nebst Kirche zu kaufen. Das ehemalige Annuntiaten-Cölestinen-Kloster in der Jakobstraße stand noch; es gehörte zur Hälfte der Witwe Therese Beissel, zur Hälfte deren Bruder Henri van Houtem.

Napoleon verweilte 1804 mit seiner ersten Gemahlin, der Kaiserin Josephine, einige Zeit in Aachen, hielt dort Umschau und sah auch die Fabrik van Houtem. Frau Ignaz van Houtem, eine Frankfurterin, war eine hochbegabte, sehr schöne Dame, dazu gut katholisch und ausgezeichnete Wohltäterin der Armen.

Napoleon wie auch seine Gemahlin schätzten sie und nahmen sogar die Einladung zu einem déjeuner bei ihr an; dazu ließ Frau van Houtem aus Lyon eine mit Silber gestickte Tischdecke kommen. Beim déjeuner war die Familie von Houtem gegenwärtig; die Tochter Therese, unsere spätere Schwester Augustin, spielte die Harfe. Der Kaiser war entzückt über das herrliche Spiel der schönen Jungfrau; beim Rundgang durch den Park bot er ihr den Arm und geleitete sie.

Napoleon schenkte nun das Cölestinenkloster nebst Kirche der Frau van Houtem, unter der Bedingung, dass sie den Nonnen des aufgehobenen Klosters bis zu deren Aussterben eine Wohnung in den Klosterräumen belasse. Das ist denn auch geschehen; die Ordensfrauen wohnten in einem kleinen Haus in der Bendelstraße, wo nachmals das Speisezimmer unserer Hauskinder und das Proviantzimmer waren.

Bei der Aufhebung des Klosters schickten die Cölestinen die Reliquien ihrer Kirche zu den Kreuzherren, ihren Beichtvätern. Die drei Altäre wurden abgenommen, der Hauptaltar mit dem Bilde Mariä Verkündigung und den großen Statuen des hl. Augustinus und der hl. Maria Magdalena kam nach St. Paul; die beiden Seitenaltäre in die Pfarrkirche St. Michael. Die in den Altären befindlichen Reliquien mussten ins Münster gebracht werden.

Als Therese van Houtem heiratete, wurde der größere Teil der Kirche zu einem Wohnhaus umgebaut, die Mauern blieben stehen. Ursprünglich hatte die Kirche außer den zugemauerten Chorfenstern 8 Fenster, später nur 4. Die Kirche wurde z. T. als Wollmagazin eingerichtet und vermietet, das Gewölbe abgebrochen. Die Schlußsteine des Gewölbes fanden wir noch auf dem Speicher, und an den Mauern waren die Kreuze von der Konsekration noch ersichtlich.

Unter dem Chor der Kirche befindet sich noch heute die Gruft der weißen Frauen, der Zisterzienserinnen, und unter dem ehemaligen unteren Chor der Cölestinen war die Gruft der letzteren; deren Gebeine wurden jedoch zum Adalbertskirchhof überführt. Auch der Belag in der Cölestinerkirche bestand aus Grabsteinen und hatte in der Mitte einen sehr großen Grabstein mit Wappen und Inschrift, der die Leiche des Herzogs Wilhelm IV. von Jülich deckte. Derselbe wurde in einem Volkstumult mit seinen Söhnen ermordet am 17. April 1278. Die Gedenktafel steht noch in Wand des Hauses nahe bei unserer Kirche, vor welcher der Mord begangen wurde. Die Gebeine des Herzogs von Jülich sind an derselben Stelle geblieben; die der anderen Verstorbenen bleiben auch in der Kirche, sind jedoch zu beiden Seiten unter den Belag der Sitzbänke hingelegt worden. Überhaupt war der ganze Garten, namentlich vor der Kirchenmauer, Kirchhof; was sich vor einigen Jahren beim Bauen und Umgraben fand, wurde in vielen Holzkisten zum St. Jakobskirchhof überführt.

Am 03. Mai 1848, dem Tage der Kreuzauffindung wurde das Cölestinenkloster durch die Stifterinnen unserer Genossenschaft von Frau Therese Beissel und ihrem Bruder Henri van Houtem gekauft.  In der Kirche sah es trostlos aus. Die Wollsäcke waren zwar fortgeschafft, aber das Gewölbe war nicht mehr da, und so musste für eine einfache Decke gesorgt werden.“

 Diese Schilderungen von Sr. Franziska haben sich bei den Untersuchungen durch die Archäologen bestätigt. Durch eine Öffnung unterhalb der Treppe zum Chor konnten die Archäologen mit der Kamera in der darunterliegenden Gruft einige Aufnahmen machen. In der Kapelle fand sich unter dem Boden im hinteren Teil der Kirche die Mauer der mittelalterlichen Kapelle. Diese Kapelle war kürzer als die jetzige Kapelle, wie auf dem Foto des Gemäldes zu sehen. Auch der ehemalige Fußboden der Kapelle kam zum Vorschein.

Die Arbeiten der Archäologen werden wohl in den nächsten Tagen abgeschlossen, so dass die Renovierungsarbeiten beginnen können und hoffentlich rechtzeitig bis zum Mai nächsten Jahres abgeschlossen sind. (Sr. Petra PIJ)

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Schwesterntreffen 2017

 

Vom 20. – 23. Oktober fand wieder das internationale Treffen der jüngeren europäischen Schwestern statt, diesmal in Aglona in Lettland. Das Land zeigte sich bei strahlendem Herbstsonnenschein und bei Temperaturen um 0° C von seiner schönsten Seite.

Wir waren insgesamt zwölf Teilnehmerinnen aus Österreich, Lettland, Deutschland, den Niederlanden und Kolumbien.

Unser thematisches Anliegen war die Vertiefung des Mysteriums der Eucharistie. Dazu verhalfen uns Texte aus Fastenpredigten (1978) von Papst Benedikt II., damals noch Josef Kardinal Ratzinger. Wir beschäftigten uns mit den Schwerpunkten: „Eucharistie – Mitte der Kirche“ und „Die wirkliche Gegenwart Christi im eucharistischen Sakrament“. Die beiden Predigten führten uns noch tiefer in das Mysterium hinein – worüber wir uns u. a. in Kleingruppen ausgetauscht haben. 

Einen besonderen Einblick gab uns Prof. A. Priēde, ein Kollege Sr. Klaras, in die „Möglichkeiten und Grenzen“ der Umsetzung der Konzilsdokumente in der Kirche Lettlands. Auf dem Hintergrund des früher herrschenden Sowjetsystems ist uns die heutige Situation der Kirche Lettlands besser verständlich geworden.

Auch ein kulturelles Programm wurde uns geboten. Sr. Anna Magdalena hatte einen Besuch des „Brotmuseums“ in Aglona organisiert. Am Nachmittag ging es auf dem Rückweg nach Riga zu Besuchen in die Konvente in Rezekne und Varaklani. Es war eine große Freude für uns „aus dem Westen“ Kommende unsere Mitschwestern in diesen kleinen Gemeinschaften zu treffen bzw. kennen lernen zu dürfen. Aber auch die von uns Besuchten waren sehr erfreut! Es war ein großes Geschenk erfahren zu dürfen, dass wir als Schwestern vom armen Kinde Jesus zusammengehören und auch miteinander unterwegs sind.

Am Montag führten uns Sr. Veneranda und Sr. Solvita durch die Altstadt von Riga, dann hieß es auch schon wieder Abschied nehmen und sich auf den Heimweg machen.

 

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Maria, eine Frau mit einem großen Herzen

 

Die Liebe Marias zu einer jeden von uns ist unvergleichlich höher als die Liebe, die alle Mutterherzen zusammengenommen zu ihren Kindern haben können, wie ein Geisteslehrer sagt. Wir müssen mehr darüber nachdenken, mehr in dieses Geheimnis einzudringen versuchen.

Der Heiland hat zu allen gesprochen: „Was ihr einem der Geringsten tut, das habt ihr mir getan.“(Matth. 25,40).  „Und wer eines dieser Kleinen aufnimmt, der nimmt mich auf” ( Matth. 18,5).

Wie wahr ist es, dass Maria vor allem dieses Wort verstanden, in allen Menschenkindern ihren Sohn erblickt und mit der Liebe liebt, womit sie Jesus selbst liebt.

Öffnen wir ihr also das Herz mit freudigem Mut und großem Vertrauen wegen dieser großen Liebe, die der ewige Vater für uns in dieses Herz gelegt hat.

                                                                  Clara Fey, Konferenz 28.04.1867

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