Abschied von Kasachstan

Am 12. August 2017 ging ein wichtiger Abschnitt in der Geschichte der Kongregation der Schwestern vom armen Kinde Jesus zu Ende. Nach 55-jähriger Präsenz in Kasachstan haben die letzten drei Schwestern Makinsk verlassen. In der Abschiedsfeier, der Erzbischof Tomasz Peta aus Astana vorstand und an der auch die Generaloberin Sr. Henriette Mensen PIJ und Schwestern aus Lettland teilnahmen, kamen sowohl Dankbarkeit für den erlebten Segen zum Ausdruck als auch Wehmut, die mit dem Abschied von liebgewonnen Menschen einhergeht. „Eine Niederlassung zu schließen ist kein leichter Schritt. Unser Mitgefühl gilt denen, für die die Schwestern ein wichtiger Teil ihres Lebens und so etwas wie eine zweite Heimat waren. Denn viele Jahre und eine bewegte Geschichte verbinden die Kongregation mit der Diözese Astana“, so formulierte es Sr. Henriette an diesem Tag.

Als die ersten Schwestern 1962 nach der staatlichen Auflösung der Klöster aus Lettland nach Kasachstan kamen, lebten dort weit verstreut viele christliche Gemeinden. Es waren meist Deutsche aus der Ukraine und den Wolga-Gebieten, Litauer und Letten aus dem Baltikum, Polen, Ungarn und Russen, die während der atheistischen Zeit verschleppt, ihrer Identität beraubt und vom europäischen Kulturraum abgeschnitten, in Vergessenheit gerieten. Unter ihnen lebten die Schwestern zunächst im katholischen Untergrund und arbeiteten als Zivilisten im Krankenhaus und der Apotheke von Makinsk. Aus dem kleinen Haus, das sie von ihrem Gehalt kauften und in dem in einem Winkel eine kleine Kapelle eingerichtet wurde, wurde bald eine Anlaufstelle für Menschen mit all ihren Nöten. Später konnte ein größeres Haus erworben werden, und mit Hilfe von Renovabis entstand ein kleines Zentrum mit einer Armenküche, einem Arztzimmer, einer Apotheke und Kinderbetreuung. Hier lebten die Schwestern ihr Apostolat der Fürsorge für die Bedürftigen, unabhängig von Nationalität oder Konfession. Außerdem wurden mit Hilfe der Schwestern im Westen u. a. eine Blindeneinrichtung und zwei Altenheime unterstützt. In der ganzen Zeit waren die Schwestern kontinuierlich wichtige Ansprech-partnerinnen und sind bis heute tief in der Bevölkerung verwurzelt. Damit diese Arbeit weitergehen kann, wurden Armenküche und Haus der Schwestern der kleinen Kirchengemeinde am Ort übergeben, so dass diese nun selbständig für ihre Bedürftigen sorgen kann.

Ein Stück des Herzens bleibt immer dort, wo tiefe Verbindungen entstanden sind. Kasachstan/Makinsk und seine Menschen werden deshalb immer auch ein Teil der Schwestern vom armen Kinde Jesus sein und umgekehrt.

 

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